Castrum Turglowe

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Der historische Bereich


Der bewahrte Innenbereich der Burg Torgelow, lateinisch "castrum turglowe", wurde in den Zwanziger Jahren im Zusammenhang mit dem Bau einer Villa mit Erdreich und Anpflanzen eines Baumbestandes bis zur Unkenntlichkeit zugeschüttet. Zahlreiche Wirtschaftsgebäude wie etwa Ställe, Waschhaus, Küchenanbau, Schuppen hatten bereits in den vergangenen 2 Jahrhunderten dem Gesamteindruck vom Mauerwerk als auch dem näheren Umfeld ein stark verändertes Gepräge gegeben.
Da archäologische Untersuchungen der Burgruine im Zentrum Torgelows bisher nicht vorgenommen wurden und aufgrund der Unterschutzstellung der Villa vermutlich auch in absehbarer Zeit nicht zu erwarten sind, wird dem Besucher der Blick in das Innenleben dieser Burg auch weiterhin verborgen bleiben.
Um dennoch ein Bild von den Lebensverhältnissen "in castro Turglowe" zur Zeit der Ersterwähnung vom Jahre 1281 vermitteln zu können, soll mit im vorliegenden Teil 2 der Projektbeschreibung ein Kunstgriff unternommen werden, bei dem in der Burgruine zu vermutende Funktionsgebäude auf Grundlage von archäologischem Vergleichsmaterial aus dem markgräflich brandenburgisch - und herzöglich pommerschen Raum rekonstruiert werden.


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Informationen zur Skizze


Burgbereich "Castrum Turglowe" mit Vorburg und Hauptburg,
bestehend aus Pallas, Wohnturm, Stall, zwei Tore, Brunnen, Mauer mit Wehrgang, Werkstätten und Zugang zu Sanitärräumen im Herbergsbereich II.

Kauffahrer-/ Marktbereich,
bestehend aus Wohnturm mit Festsaal und Privatgemach, Küche, Lagerhalle, Schreibstube, Krug, Werkstätten, Buden und Brunnen.

Werft und Hafenbereich,
bestehend aus Bootshaus, Slipanlage, Schiffsbaubereich, Reeperbahn, Teile des Kauffahrerbereichs, Fischerhütte und Landungsbrücken. Die Ueckerwärtigen Teile des Hafens liegen außerhalb des eingezäunten Bereichs und auch Nichtbesuchern und Wanderern des Uferwanderwegs zugänglich.

Wie der Name Torgelow bereits andeutet, ist mit einer bereits in slawischer Zeit vorhandenen Handels- oder Marktsiedlung zu rechnen, die mit dem Eindringen von Pommern und Deutschen in das Ukranenland mit einer Burg versehen wurde, auf der vom Landesherren vermutlich ein Vogt eingesetzt wurde, um Grenze, Handel und Zoll zu sichern und die niedere Gerichtsbarkeit in der Region zu übernehmen. Da die Markgrafen von Brandenburg keinen festen Hauptsitz hatten, sondern, durch die Mark reisend, an verschiedenen Orten Residenz hielten, musste der Vogt zudem darauf vorbereitet sein, dass der Markgraf mit Frau und Gefolge für eine gewisse Zeit in Torgelow weilte. Die Versorgung der Burg geschah aus dem Umland und durch eigene Produktion in der Burg sowie in der zu vermutenden Marktsiedlung in einem "Vorburgbereich". Hier hat es sicher Handels- und Handwerkerbuden gegeben, Ställe und möglicherweise einen Krug. Der selbstbewusste Kaufmann, dessen Schiffe nicht nur an der Uecker lagen, sondern vielleicht auch Ziele in Stralsund, Rostock, København oder Bergen ansteuerten, hatte vermutlich ein bedeutendes Haus, das an Annehmlichkeiten dem des Vogtes in Nichts nachstand.

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1281 - in castro turglowe
Der historische Bereich
Das Baugeschehen


Skizze mit Legende

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