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Pressemitteilung Juni 2020

 

Ukranenland – wie weiter?

Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter verbindet der Wunsch, möglichst bald die zentralen Vereinsziele – Jugendarbeit und Geschichtsvermittlung – vor allem im Interesse unserer Region wieder mit Leben zu erfüllen. Diesen Wunsch teilen wir mit der großen Schar unserer Freunde und Fans innerhalb unserer Region und weit darüber hinaus.
Wir arbeiten intensiv daran, müssen aber auch feststellen, dass sich die bereits vor Corona bestehenden existenziellen Probleme (die Haff Zeitung berichtete) extrem zugespitzt haben und eine vorschnelle Öffnung unserer Torgelower Einrichtungen (Ukranenland, Castrum Turglowe, multimediale Ausstellung in der Villa und Museumsgebäude Jatznicker Straße) momentan nicht verantwortbar ist – Besonnenheit und Augenmaß sind hier das Gebot der Stunde.
Welche Probleme sind das?
In erster Linie ist es die chronische Unterfinanzierung insbesondere der Personalkosten.
Durch den z.Zt. notwendigen Wegfall der Klassenfahrten (Einnahmeverluste von mehr als 200.000,-€)
fehlen uns komplett die Mittel für die Kofinanzierung sozialversicherungspflichtiger Arbeit.
Fast alle unserer seit Jahrzehnten erprobten Museumspädagogen und Handwerker sind in Hartz IV.
Wir wissen nicht, wer von diesen nach Corona noch bereit und in der Lage ist, dieses deutschlandweit und in Europa hochgelobte kulturelle Projekt in Torgelow weiterzuführen.
Es droht eine kulturelle Leerstelle in unserer ohnehin schon strukturschwachen Region.
Dazu kommen seit Jahren durch fehlende Eigenmittel und abgelehnte Förderanträge aufgeschobene notwendige Investitionen – hier ist neben anderen Maßnahmen dringend der Anschluss an das Trinkwassernetz und die Einrichtung einer den Standards entsprechenden Toiletten- und Waschanlage im Freilichtmuseum Ukranenland zu nennen.
Wir sind eine landesweit und weit darüber hinaus tätige gemeinnützige Einrichtung.
Mehr als 160.000 Teilnehmer an historischen Projekttagen mit seiner in Deutschland einmaligen Vielfalt an Aktivitäten, wie z.B. Schmieden, Töpfern, Weben, Seilern, Schnitzen, historische Schifffahrten und historische Spiele konnten wir begrüßen, die Einmaligkeit unserer Rekonstruktionen wurde schon vielfach zur Filmkulisse wie u.a. Terra – X-Dokus ausgewählt.
Eines muss gesagt sein; wir werden es ohne strukturelle Hilfe unseres Bundeslandes jetzt und vor allem nach Corona nicht schaffen.
So sind wir sehr dankbar, dass die Verantwortlichen unserer Städte und Ämter eine von Corona unabhängige Initiative gestartet haben, die auch andere Einrichtungen wie z.B. dem Kulturspeicher Ueckermünde und der Kulturwerkstatt Eggesin ein Existenzminimum langfristig sichern soll. Es wird mit Landeshilfe gerechnet.
Ein großer Dank auch an die Stadtvertreter und die Verwaltung der Stadt Torgelow, die mit ihrem Beschluss vom 6. Mai ein Fortbestehen unseres Vereins bis zum Herbst sichern konnte.
Ein unbedingt notwendiger Zeitgewinn um in diesem Sommer finanziell zu überwintern.
Auch der Landkreis steht uns im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Seite – wir wissen das sehr zu schätzen.

Ebenso wie die Hilfe der Sparkassenstiftung Uecker - Randow und viele, viele Freunde und Unterstützer in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.
Wie weiter?
Wir geben nicht auf!
Angestaute Reparaturen, neue historische Projekte wie z.B. der Bau eines mittelalterlichen 7m
Schiffs sind auf unserer Agenda – ebenso wie die Arbeit an den notwendigen Hygienestandards.
Unser Ziel ist es, mit einer besseren Grundlage für die Saison 2021 einen echten Neustart vorzubereiten und noch im Sommer dieses Jahres punktuell verantwortbare Angebote für die Öffentlichkeit zu verwirklichen.
Wir hoffen auf ihr Verständnis und auf ihre Unterstützung.
So können z.B. Kulturaktien zum Nennwert von 10 € mit einen 10% igen Kulturzins erworben werden.
(Tel. 03976-202397)
In diesem Sinne grüßt Sie infiziert von unheilbarem Optimismus
Wolfgang Schubert /Vorstandsvorsitzender